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Liebes Publikum,

willkommen zur Spielzeit 20 | 21 im Forum am Schlosspark.

Diese Begrüßungsworte sind unser Bekenntnis zum Theater und zur Musik in einer Zeit der Ungewissheit. Sie sind Ausdruck einer festen Überzeugung, einer ungebrochenen Haltung und Hoffnung. Obgleich im Moment der Niederschrift sich diese Worte scheinbar unwirklich anfühlen. Denn der Spielbetrieb der Theater und Konzerthäuser ist aktuell aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt, die Perspektive bewegt sich im Unklaren, tragfähige Konzepte sind noch nicht vorhanden. Schauspielensembles dürfen nicht proben, Ballettkompanien nicht trainieren, Chöre und Orchester nicht musizieren. Alle Aktionen dieser Künstlerkollektive in Gemeinschaft, wodurch inhaltlicher Ausdruck und künstlerische Aussage überhaupt erst entstehen können, finden momentan nicht statt. Die darstellenden Künste sind in ihrem Kern ausgehebelt. Der Institution Theater, die seit jeher auf gesellschaftliche Prozesse reagiert und Verwerfungen im gemeinschaftlichen Leben produktiv macht, sind die existenziellen Mittel des Spiels genommen. Digitale Alternativen und Behelfsformate machen gerade deutlich, dass die unmittelbare Begegnung von Publikum und Darstellern an einem Ort, die konkrete Auseinandersetzung zwischen Zuschauern und Künstlern in einem Raum, nicht ersetzbar ist. Der Akt der darstellenden Kunst lässt sich wirkungsmächtig ausschließlich direkt und leibhaftig vollziehen.

Das Forum am Schlosspark zeigt als eines der großen Gastspielhäuser Produktionen von Künstlern, Schauspielensembles, Tanz- und Ballettkompanien, Chören und Orchestern aus ganz Europa, ja international. Diese konfrontieren uns mit unbekannten künstlerischen Handschriften, fremder Ästhetik, neuen inhaltlichen Zusammenhängen. In einer Zeit der aufkeimenden Abschottung und des Erwachsens überwunden geglaubter Verständigungsbarrieren ist es umso notwendiger, diesen Erfahrungsraum der Künste offen und aktiv zu halten. Er ist elementarer Baustein bei der Bewältigung des Unbegreiflichen. So möchten wir mit der neuen Spielzeit 20 | 21 Ihre Neugier herausfordern, Ihre Bereitschaft zur Auseinandersetzung anregen und Ihre Offenheit für ein differenziertes Erleben entfachen.


Ihre

Wiebke Richert                           Lucas Reuter
Fachbereichsleiterin                  Künstlerischer Leiter
Kunst und Kultur